Entwurf Dr. Dagmar Henze (HKD)

Eine Frage - drei Generationen

Idee zu einem intergenerativen Gottesdienst

In der Coronapandemie wurden die Generationen gegeneinandergestellt. Vor allem in der ersten Phase hieß es immer wieder die Jungen müssten zugunsten der Älteren auf Freiheiten verzichten. Jetzt geht der Apell durchs Land, dass die Erwachsenen sich zum Schutz der Kinder impfen lassen sollten. Es scheint, als ob die Pandemieerfahrungen sowohl den Aufruf zum Mit- und Füreinander der Generationen wie aber auch die Polarisierung von Gegensätzen befördern.

Das trifft auf Erfahrungen unserer Zeit, denn während früher mehrere Generationen - im Idealfall Kinder, Eltern, Großeltern – noch unter einem Dach gelebt haben, leben Menschen heute in vielfältigen Formen zusammen. Die verschiedenen Familienmitglieder fühlen sich zwar häufig eng miteinander verbunden, leben aber oft räumlich in großer Distanz. Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass Kinder ihre Großeltern regelmäßig besuchen können. Es gibt Ältere, die gar keine eigenen Enkel haben. Es gibt Kinder, die ohne Bezug zur Großelterngeneration aufwachsen.

Das Miteinander der Generationen hat aber nach wie vor einen wichtigen Stellenwert im gesellschaftlichen Leben. Es braucht jedoch neue Formen, um Menschen unterschiedlichen Alters in Verbindung zu bringen. Denn: Ganz gleich wie alt oder jung: Wir lernen voneinander.

 

Die Gottesdienstskizze möchte dazu anregen, den Dialog der Generationen zu befördern. Indem Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen eingeladen werden, die Frage des diesjährigen Reformationstages „Was zählt?“ auf dem Hintergrund ihrer Erfahrungen ins Gespräch zu bringen, weiten wir den Blick und bringen die Vielfalt der Perspektiven vor Gott.

Konkret gilt es rechtzeitig vor dem Gottesdienst Menschen unterschiedlichen Alters zum Mitmachen zu gewinnen. Wer das sein kann, wird von Gemeinde zu Gemeinde verschieden sein. Mit den Interessierten gemeinsam wird der Gottesdienst vorbereitet.

 

Ein möglicher Ablauf könnte wie folgt aussehen:

 

Musik zu Beginn

 

Begrüßung und Einstimmung

 

Gebet

 

Impulsgedanken zu den Begriffen auf dem im Reformationstagsmaterial angebotenen Würfel „Familie, Zeit, Natur, Verzicht, Gottesdienst, Demut“ aus der Perspektive von drei Generationen (jeweils 2 bis 3 Sätze im Wechsel)

 

Musik

 

Lesung: Gal 5, 1-6

Erläuternde Gedanken zum biblischen Text

 

Musik

 

Gespräch zum biblischen Text aus dem Blickwinkel von 3 Generationen

 

Musik 

 

Abkündigungen

 

Fürbitten-Gebet formuliert aus dem Blickwinkel von 3 Generationen

 

Vaterunser

Segen

 

Musik

 

 

Pastorin Dr. Dagmar Henze

Referentin im Projekt Alternde Gesellschaft und Gemeindepraxis

Haus kirchlicher Dienste Hannover

 

 Die Idee zu einem mehrgenerativen Gottesdienst stammt aus der Paul-Gerhard Gemeinde in Lüneburg. Diakonin Antje Stoffregen hat sie in einem der dort gefeierten Alltagsgottesdienste umgesetzt.

Bestellbar unter:  https://www.reformation-neu-feiern.de/material Anregungen dazu lassen sich in der Predigt von Henning Busse auf dieser Seite finden https://www.reformation-neu-feiern.de/was_zaehlt

 

 

 

 

 

Der Entwurf bezieht sich auf den Würfel