Michaeliskloster - Gottesdienstentwurf Count your blessings

Reformationsfest: Count Your blessings – was wirklich zählt (von Jochen Arnold, Simone Enthöfer, Stephan Goldschmidt)

 

Vorspiel/Musik evtl. Sologesang zu freiTöne 144: Hier stehe ich und kann nicht anders

Votum und Begrüßung

L: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

G: Amen

L: Einen anderen Grund kann niemand legen, als der, der gelegt ist, das ist Jesus Christus.Ich begrüße Sie herzlich zum Gottesdienst am Reformationsfest. Der 31. Oktober 1517, der Tag, an dem Martin Luther die 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirchentür geheftet hat, liegt weit zurück. Was kam danach? Es folgten turbulente Jahre der Auseinandersetzung mit der römischen Kirche. Disputationen und Verhöre, Verbrennung von Büchern und vieles mehr. Genau vor 500 Jahren fand der Reichstag zu Worms statt. Luther hat damals trotz höchstem Druck - ihm drohten Bann und Reisacht  seine Thesen nicht widerrufen, sondern sich zu Christus und zur Heiligen Schrift bekannt: Allein Christus, allein Gottes Gnade, allein das Wort und der Glaube sollen gelten. Kirchliche Hierarchien sollten nicht an erster Stelle stehen.

[Aber Martin Luther hat manchmal auch gezweifelt. Die Nächte vor seinem Auftritt in Worms waren schwer. Nicht immer war er felsenfest davon überzeugt, richtig zu handeln. Er war hin- und hergerissen zwischen Glaube und Zweifel. Dann hat es ihm geholfen, sich an seine Taufe zu erinnern: als er Gottes Versprechen bekam und mit dem Namen des Dreieinigen gesegnet wurde.

Wie erinnern wir uns an das, was wirklich zählt? In diesem Gottesdienst soll es um das Zentrum des Glaubens gehen: Um Gottes Segen, der uns trotz allem Schweren, trotz Pandemie überall begleitet.  Count your blessings! Zähle, wo du von Gott gesegnet bist! Das ist unser Motto für den heutigen Gottesdienst. 

 

Collage zu Psalm 46 und dem Lied „Ein feste Burg“ (EG 362)

Singen und beten wir gemeinsam Psalm 46, mit Worten und Tönen Martin Luthers.

 

Antiphon (gesungen von allen):

Ein feste Burg ist unser Gott,

ein gute Wehr und Waffen.

Alle: Gott ist unsre Zuversicht und Stärke,

eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.

Eine/r: Darum fürchten wir uns nicht,

wenngleich die Welt unterginge

und die Berge mitten ins Meer sänken,

Alle: wenngleich das Meer wütete und wallte

 und von seinem Ungestüm die Berge einfielen.

 

Antiphon (gesungen von allen):

Ein feste Burg ist unser Gott,

ein gute Wehr und Waffen.

 

Eine/r: Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein,

da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind.

Alle: Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben;

Gott hilft ihr früh am Morgen.

Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.

 

Antiphon (gesungen von allen):

Ein feste Burg ist unser Gott,

ein gute Wehr und Waffen.

 

Einer: Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!

Ich will mich erheben unter den Völkern,

ich will mich erheben auf Erden.

Alle: Der HERR Zebaoth ist mit uns,

der Gott Jakobs ist unser Schutz.

 

Antiphon (gesungen von allen):

Ein feste Burg ist unser Gott,

ein gute Wehr und Waffen.

 

Kyrie

Eine Waffe in der Not ist das Gebet. Wir dürfen anklopfen bei Gott.

Wir bitten kräftig um sein Erbarmen.

Liedruf: Kyrie, Kyrie eleison (freiTöne 39)

 

Gloria

Gott hört euch: Wie ein Backofen voller Liebe ist sein Herz für uns.

Das macht unser Herz leichter. Gott meint es gut… Ich will ihm danken.

 

Gloria (z.B. freiTöne 69)

 

Eingangsgebet

Barmherziger und gnädiger Gott,

du segnest uns auf unseren Wegen. 

Du bist unsere Zukunft,

und du lässt uns die Seligkeit finden,

zu der du uns berufen hast.

Geh mit auf unserem Weg,

wohin er uns auch führt.

Wir wollen auf dich hören.

Auch jetzt in diesem Gottesdienst.

.

Amen.

 

Testimonial  „Ich brauche Segen“ - Simone Enthöfer

 

„Du hast ja wenigstens Deinen Glauben.“ Diese Worte eines Freundes am Telefon hallten in mir nach, damals im Frühjahr 2020, im ersten Corona-Lockdown. Wir hatten uns unterhalten über dieses beängstigende Gefühl, eine Pandemie zu erleben. Ein kleiner Virus, der die ganze Menschheit bedroht, die unerforschte Krankheit Covid-19, die fehlenden Sozialkontakte, die nicht absehbaren wirtschaftlichen Folgen…. „Du hast ja wenigstens Deinen Glauben.“ Ja, hätte ich vor 2020 auch immer gedacht, habe ich auch so gesagt und gepredigt. Gewiss ist Gott bei mir, aber wo, wo spüre ich ihn? Wo ist eigentlich meine Kirche, meine zweite Familie, meine geistliche Heimat, wenn sich niemand versammeln darf? Vielmehr noch stellte ich mir die Frage, als dann auch noch größere private Veränderungen mein Leben durcheinanderwirbelten. Was brauche ich jetzt zum Leben und Überleben? Welche Facette meines Glaubens gibt mir in all den zweifelnden Fragen noch Mut, Hoffnung, Kraft? Irgendwann war es für mich deutlich spürbar: Ich brauche Gottes Kraft, ich brauche Segen.

Segen, das ist das Geheimnis eines guten Wunschwortes eines anderen Menschen an mich gerichtet, mit der gleichzeitigen Bitte an Gott, es in meinem Leben gut sein oder gut werden zu lassen. Keine Magie, aber eine nicht immer erklärbare, doch durchaus erlebbare lebensspendende Kraft. Etwas, was ich dringend brauche. Nicht nur einmal in der Woche, am Ende eines Sonntagmorgengottesdienstes, sondern immer und immer wieder. In Situationen, in denen die Angst, der Stress, die Sorge oder auch das Glück am größten sind, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Ich träume vom Segen auf Alltagswegen: So wie Jesus einst dorthin ging, wo sich viele unterschiedliche Menschen draußen auf ihren Alltagswegen tummelten, Menschen am Straßenrand, Fischer und Zöllner bei ihrer Arbeit, die Frau am Brunnen; wie er ihnen, da wo sie gerade unterwegs waren, eine stärkende Botschaft mitgab, in Zweierbegegnungen oder in großen Mengen. Wie er unter freiem Himmel, z.B. in der Bergpredigt, seinen Segen zusprach und dabei besonders solche nicht vergaß, die ganz offensichtlich oder in ihrem Inneren versteckt ihre Päckchen und Pakete zu tragen hatten.  Sein „Selig sind, die Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“ gilt auch heute noch.

Ich träume von solchem Segen auf Alltagswegen, der nicht nur da geschieht, wo man hingeht um Gott zu treffen, sondern da wo Gott hingeht, um uns zu treffen.

So entstand eine kleine Idee, die Gott hat größer und größer werden lassen. „Ich brauche Segen“ steht auf kleinen goldenen Aufklebern auf vielen Alltagswegen. Mit Hilfe eines Smartphones wird ein Segen zugesprochen.

Am Anfang war es meine eigene Bedürftigkeit. Durch die Segensworte spricht Gott mir Kraft, Mut, Hoffnung, Bestätigung, Zuversicht zu. Mir, die ich ja wenigstens meinen Glauben habe, und allen anderen, die es nutzen mögen, auch. Ganz gleich, ob wir an Gott glauben oder nicht, denn er glaubt an uns.

 

Epistel aus Galater 5,1.5.6 „Zur Freiheit hat euch Christus befreit“

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die wir hoffen.  Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

 

Lied: Nun freut euch, lieben Christen g’mein neue Melodie (EG 341 oder freiTöne 102)

 

Predigt zu Mt 5, (Evangelium) (Dr. Stephan Goldschmidt)

Matthäus 5,1-2.4-9

Als Jesus das Volk sah, ging er auf einen Berg.

Und er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.

2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:

4 Selig sind, die da Leid tragen;

denn sie sollen getröstet werden.

5 Selig sind die Sanftmütigen;

denn sie werden das Erdreich besitzen.

6 Selig sind, die da hungert und dürstet

nach der Gerechtigkeit;

denn sie sollen satt werden.

7 Selig sind die Barmherzigen;

denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

8 Selig sind, die reinen Herzens sind;

denn sie werden Gott schauen.

9 Selig sind, die Frieden stiften;

denn sie werden Gottes Kinder heißen.

 

Dunkel gekleidete Männer und Frauen gehen vorüber. Sie sagen „Beileid“ oder „es tut mir ja so leid“. Immer wieder dieselben stereotypen Worte auf der Beerdigung der Großmutter. Der junge Mann weiß kaum mehr, wie oft er die Worte gehört hat. In Gedanken ist er woanders. Bei der alten Frau, die im Grab liegt. Sie fehlt ihm jetzt schon. Er ist überrascht, wie traurig es ihn macht, seine Großmutter nie wieder zu sehen. Ihre Stimme hat er noch im Ohr, ihren süddeutschen Akzent. Und ihre Worte: „Gott hab ihn selig“. Immer wieder diese Worte, wenn sie über ihren Mann sprach, der lange vor ihr gestorben war. „Gott hab ihn selig“. Vier Worte, die zur Großmutter gehörten wie das Amen in der Kirche. Als Jugendlicher hatte er darüber gelacht. Hatte seine Großmutter in Gedanken „Oma-selig“ genannt. Heute weiß er, dass sie es mit diesem Worten sehr ernst meinte. Wenn sie von ihrem verstorbenen Mann sprach – liebevoll, als wenn sie beten würde: „Gott hab ihn selig.“ Wie schön wäre es, wenn einer der Vorübergehenden heute diese Worte sprechen würde. Es würde dem jungen Mann viel bedeuten, wenn wenigstens einer der dunkel Gekleideten sagen würde: „Gott hab sie selig, deine Großmutter“.

1.

Was, liebe Gemeinde, bedeuten diese Worte: „Gott hab sie selig“? Ist es Gott, der uns selig werden lässt? Und was bedeutet es, selig zu sein? Wo finden wir Seligkeit? Selig klingt nach sattem Säugling, der selig lächelt. Aber auch nach der verstorbenen Großmutter. Wenn wir Seligkeit verorten würden, müsste sie irgendwo zwischen Wohlergehen und Glück liegen. Oder zwischen Gottes Segen und seiner Verheißung.

Gesegnet sind die Sanftmütigen, sagt Jesus. Und gesegnet sind die Barmherzigen. Beides passt zum Seligsein. Sanftmut und Barmherzigkeit klingen nach einem Leben ohne Ärger und Stress. Eine wohltemperierte Lebensart, mehr passiv als aktiv, mehr in Moll als in Dur. Ohne Streit, Groll und Neid. Dafür sanft, barmherzig, mit sich im Reinen. Und mit einem barmherzigen Blick auf die Welt und auf alle, die in ihr leben. Es klingt ein wenig nach der gerade gestorbenen Großmutter und ihrem freundlichen, sanften Gemüt. Oder nach dem Lebensideal des Maßhaltens, das bei den alten Griechen hoch im Kurs stand. In der richtigen Balance leben, von keinem zu viel und keinem zu wenig. Nicht alles besitzen wollen, sich nicht dauernd durchsetzen müssen. Nicht ständig die sozialen Netzwerke füttern. Wäre das in unserer schnelllebigen Welt mit ihrer anstrengenden, fast 24-stündigen Taktung nicht wie ein Sehnsuchtsort? Das Gegenteil von schneller, höher, weiter. Sondern Maß und Mitte, Muße und Ruhe. Wäre das nicht dicht dran an der Seligkeit? Selig sind die Sanftmütigen und die Barmherzigen, sagt Jesus.

2.

Wo, liebe Gemeinde, liegt die Seligkeit? Ist es wirklich dieses wohltemperierte Leben, das Jesus meint? Ein zurückhaltender Lebensstil oder eine selbstverordnete Einstellung? Oder umfasst Seligkeit nicht noch mehr? Jesus preist schließlich auch die selig, die reinen Herzens sind und die Frieden stiften. Schon hier zeigt sich, dass es ihm nicht darauf ankommt, dass wir wie die Stillen im Lande nur mit uns und Gott im Reinen leben. „Selig sind, die reinen Herzens sind“ lockt zunächst auf eine falsche Fährte. Weil es fast so passiv klingt wie sanftmütig und barmherzig. Aber das ist knapp neben dem, was Jesus meint. Es müsste mit „selig sind die, deren Herzen gereinigt sind“ übersetzt werden – durchs Feuer geläutert wie Gold. Oder mithilfe von Hitze von Schlacken befreit wie Eisen. Herzen sind nicht von sich aus gut und rein. Das reine Herz gibt es nicht ohne weiteres. Zumindest nicht von Natur aus. Im Herzen sammeln sich Verletzungen und Groll. Ein Herz ist nicht von sich aus verlässlich und treu. „Worauf du nun dein Herz hängst, das ist eigentlich dein Gott“, schreibt Luther im Großen Katechismus. Es liegt am Herzen, ob wir an Gott glauben oder einen Götzen zu Gott erheben: Erfolg, Geld, das eigene Ego oder was auch immer. Ein reines Herz zu haben, bedeutet Aufwand. Es bedeutet, den Glauben zu pflegen und loszulassen, was von Gott trennt.

Jesus preist auch nicht die Friedlichen selig, sondern die Stifter des Friedens. Also die, die sich aktiv um Frieden bemühen: die Streitschlichter, für die der Friede eine innere Mission ist. Das klingt überhaupt nicht nach Ruhe oder Rückzug. Friedensstifter gehen dorthin, wo es weh tut. Sie protestieren gegen den Missbrauch von Macht, gegen gewaltsame Unterdrückung. Friedensmissionen brauchen Kraft und Geduld. Selig sind die Friedensstifter und die reinen Herzens sind, sagt Jesus. 

3.

Wo, liebe Gemeinde, liegt die Seligkeit? Und was bedeutet es, selig zu sein? Liegt die Seligkeit darin, etwas zu tun? Frieden zu stiften? Und den eigenen Glauben zu pflegen? Jesus preist auch die selig, die Leid tragen und die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten. Also diejenigen, die trauern, wie der junge Mann, dessen Großmutter in der Zeit der Pandemie bestattet wird. Und der nicht am Sterbebett sitzen konnte, weil ihm der Zugang ins Pflegeheim verwehrt wurde. Der nicht mehr die Gelegenheit hatte, der Großmutter zu sagen, wie wichtig sie ihm ist. Jesus preist die selig, die darunter leiden, dass sie ihre letzten Wochen und Monate einsam und für sich verbringen müssen. Und er preist die selig, die ganz besonders unter der Ungerechtigkeit der Welt leiden: Die Menschen, die Afghanistan nicht mehr rechtzeitig verlassen konnten. Die Männer und Frauen, die für die ausländischen Kräfte gearbeitet haben und nun zurückbleiben. Die Mädchen und Frauen, deren Rechte die Taliban mit Füßen treten. Solche Menschen selig zu preisen, klingt paradox, vielleicht sogar zynisch. Es sei denn, die Seligkeit, von der Jesus spricht, umfasst nicht nur diese, sondern noch eine andere Welt. Eine Welt, in der die Leidtragenden getröstet werden: Das Gottesreich, in dem die nach Gerechtigkeit Hungernden satt werden.

Was also, liebe Gemeinde, ist Seligkeit? Und wo können wir sie finden? Die Seligpreisungen lassen sich nur im Zusammenhang mit Jesus verstehen. Und mit seiner Hoffnung auf das Reich Gottes, das schon jetzt mitten unter uns ist. In Jesu Gegenwart ist die Seligkeit schon ganz da. Was er zusagt, das geschieht: Da werden getröstet, die Leid tragen. Da werden satt, die nach der Gerechtigkeit hungern. Da erfahren Zöllner und Sünder Gottes Barmherzigkeit. Die gesellschaftlichen und religiösen Außenseiter spüren Gottes Liebe und Großmut. Wo sich die Menschen um Jesus oder in seinem Namen versammeln, da ist er mitten unter ihnen. Und das Reich Gottes ist gegenwärtig. Noch steht die Vollendung aus. Aber wir können Gottes Liebe und Freundlichkeit schon schmecken und sehen. Genauso verhält es sich mit der Seligkeit. Jesus sagt sie uns hier und heute zu. Und darum ist sie schon jetzt lebendig. Und zugleich ist sie das Ziel, auf das wir hoffen. 

Können wir etwas tun, um diesem Ziel näher zu kommen? Können wir die Seligkeit suchen? Oder können wir sie uns lediglich zusagen und schenken lassen? Kann nur Gott uns für selig halten? Im Sinne von „Gott hab uns selig“? Schwierige Fragen, auf die es schwer fällt zu antworten. Weil jede Antwort – sowohl das Ja als auch das Nein – eine Verkürzung bedeutet. Aber eines wissen wir: Wir kennen den, bei dem die Seligkeit zu finden ist: Jesus Christus, der die Sanftmütigen und Barmherzigen genauso selig nennt wie die, die Frieden stiften, reinen Herzens sind und nach der Gerechtigkeit hungern.

Schluss:

Nach der Beerdigung ist der junge Mann erleichtert. In der Predigt hat der Pastor seine Großmutter treffend beschrieben. Und die Lieder passten auch. Die Menschen, mit denen sie zu tun hatte, waren fast alle gekommen. Sie hatten sich von der Pandemie nicht abhalten lassen. Manche waren sogar noch zum Kaffee geblieben. Später geht der junge Mann noch einmal ans Grab. Es ist bedeckt mit Blumen und Kränzen. Es gibt Schleifen mit Abschiedsgrüßen und Namen. Auf einem der Kränze steht: „Gott hab sie selig“. Vier Worte, die zur Oma passen, wie eine ganze Predigt. Worte der Hoffnung. Und ein Gebet. Ein Segenswunsch, den der junge Mann jetzt mitspricht. In der Hoffnung, dass die Großmutter bei Gott ist, und dass sie bei ihm selig ist. Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.

Amen.

 

Glaubenslied: Ich steh dazu (freiTöne 132)

 

Abkündigungen und Fürbitten in Leichter Sprache  (angelehnt an Mt 5,vgl. ggg 22)

Gott, wir bitten dich für Menschen in Verfolgung.

Wegen ihrer Hautfarbe oder wegen ihrem Glauben sind sie auf der Flucht.

Lass sie Schutz finden.

Sie sollen ankommen und sicher sein.

 

Gott,

wir bitten dich für Menschen im Gefängnis.

Dein Recht ist stärker als Mauern und Gitter.

Hilf ihnen, wenn sie bleiben müssen.

Lass sie aufrecht gehen.

Schenke ihnen Menschen zur Seite, stärke sie.

 

Gott,

wir bitten dich für Menschen mit seelischen Erkrankungen,

gerade jetzt nach der langen Zeit der Pandemie.

Ganz besonders für die Kinder und die alten Menschen.

Deine Hoffnung und deine Liebe sind groß.

Schenke ihnen Geborgenheit.

 

Gott,

hilf uns.

Du siehst unser Herz und unsere Seele.

Auf dich hoffen wir.

Amen

 

Abkündigungen Hinweis auf die Aktion mit Würfel?

 

Einladung zum Abendmahl

Ein Festgottesdienst ohne Abendmahl ist wie ein Kindergeburtstag ohne Geschenke.

Darum möchten wir Ihnen Mut machen, wieder Abendmahl zu feiern.

Infektiologisch sind Einzelkelche unbedenklich, die vorab eingefüllt worden sind.

Die Hostien können mit einer Zange gereicht oder auch in einem Tütchen verpackt sein.

Auch vorbereitete Brotwürfel sind denkbar. Sprechen Sie vorher mit den Verantwortlichen und laden Sie bewusst ein zum Fest des Lebens und der Gemeinschaft

 

Abendmahlsliturgie

Einer: Der Herr sei mit euch.

Alle: und mit deinem Geist….

 

Lobgebet

Ja, es ist recht, dich zu loben und dir zu danken, ewiger Gott.

Du gibst und nimmst.

Aber du hältst zu uns durch die Zeiten.

 

Du vergibst uns, wenn wir schuldig werden.

Du sprichst uns frei, wenn wir dich bitten. 

Du segnest gerade in den Zeiten der Not.

 

Darum loben wir dich und danken dir mit allen Glaubenden vor uns und nach uns.

Mit allen Engeln und Erzengeln preisen wir dich und jubeln dir zu:

HEILIG, HEILIG (fT 160) o.ä.

 

Abendmahlsgebet

Wir rühmen dich, himmlischer Vater.

Du bist feste Burg und starker Halt.

Alles was wir brauchen, gibst du:
Kleider, Schuhe, Essen und Trinken.

In Jesus bist du zu uns gekommen.

Er war bereit, den Weg in die Tiefe zu gehen.

Er hat deine Liebe verkündigt, mit Menschen gegessen und getrunken.

Er hat viele gesund gemacht und uns durch sein Leiden, Sterben und Auferstehen den Himmel aufgeschlossen.

 

Komm Heiliger Geist,

gib uns Anteil an diesem Schatz.

Lass uns eintreten in die Gemeinschaft mit Gott und der Liebe zueinander.

Segne Brot und Wein uns zur Kraft und dir zum Preise.

 

EINSETZUNGSWORTE

 

VaterunserLamm Gottes  (EG 190.2 oder fT 151)

 

Austeilung

 

Dankgebet

Wir danken dir für deine Gaben.

Für die Kraft, neu anzufangen.

Für deinen Segen, der wirkt.

Für deine Liebe, die zählt.

Amen

 

Sendung und Segen

Sprecherin 1 von vorn rechts:

Geht in die Welt,

steht zu eurem Glauben,

erzählt von Gottes Liebe.

 

Sprecher 2: von vorn links

Schämt euch des Evangeliums von Christus nicht.

Denn es ist eine Kraft Gottes.

Sie macht alle selig, die daran glauben.

 

Sprecher/in 3 (von hinten)

Selig seid ihr,

wenn Menschen um meinetwillen schlecht über euch reden.

Seid fröhlich und jubelt!

Es wird euch im Himmel reich belohnt werden.

 

Aaronitischer Segen.

Gott (der HERR) segne euch und behüte euch….

 

Musik